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Hunde leben schon seit Jahrtausenden mit Menschen
zusammen. Heute wohnen Menschen auf so engem Raum, dass extrem hohe
Anforderungen an die Hunde gestellt werden. Sie sollen in allen Situationen
sozial verträglich sein und entspannt und unkompliziert ihre Menschen überall
hin begleiten. Viele Hunde sind damit überfordert.
Reizarme Aufzucht,
Kommunikationsprobleme mit den Menschen, ungünstige Haltungsbedingungen und
genetische und körperliche Ursachen schränken ihre Anpassungsfähigkeiten ein.
Zum Erstgespräch der Verhaltenstherapie kommt der
Besitzer mit seinem Hund in der Regel in die Praxis. Auf besonderen Wunsch
macht der Tierarzt stattdessen auch einen Hausbesuch. Das anschließende
Training wird individuell verabredet. Meist findet es an den Orten statt, an
denen das Problem auftritt.
Häufige Verhaltensstörungen und –probleme bei Hunden
sind:
- Aggressives
Verhalten gegen
Familienmitglieder, gegen fremde Menschen, gegen fremde Hunde, gegen Hunde
aus der Familie.
Es kann aus Angst, rangbezogen, zur Verteidigung / zum Erwerb von
Ressourcen, hormonell/mütterlich bedingt, im Spiel, durch organische
Erkrankungen, territorial, aus Frustration gezeigt werden.
- Angst vor Geräuschen, Menschen,
Hunden, unbekannten Dingen, wegen mangelhafter Sozialisation, wegen
schlechter Erfahrungen
- Trennungsangst
- Unerwünschtes Bellen
- Unsauberkeit (Kot- oder Urinabsatz an
unerwünschten Stellen): mangelnde Stubenreinheit, Markieren in der Wohnung
oder von fremden Personen oder Hunden, unterwürfiger oder
erregungsbedingter Harnabsatz
- Störungen der
Nahrungsaufnahme:
Fressen von Unrat / ungenießbaren Dingen, Fresssucht, Verweigern der
Nahrungsaufnahme
- Stereotypien (Schwanz jagen, Pfoten /
Gliedmaßen belecken oder beknabbern, Selbstverstümmelung, Jagen von
Lichtreflexen oder Schatten)
- Unerwünschtes Jagen (Jogger, Radfahrer, Kinder, andere Hunde, Autos, Haus-
und Wildtiere, unerwünschtes Hüteverhalten)
- Aufmerksamkeit heischendes Verhalten (Aufdrängeln, Bellen, Fiepen, Anspringen,
Aufreiten, Reißen an Kleidung, Bekauen von Objekten, Stehlen von Objekten,
Futterbetteln)
- Störendes Sexualverhalten: Besteigen von Personen,
Tieren, Gegenständen, Streunen, übermäßiger Sexualtrieb
- Probleme beim Autofahren: Erregung / Angst, Erbrechen, Bellen /
Jaulen, Verbellen von anderen Dingen / Lebewesen aus dem Auto heraus
- Erziehungsprobleme, Unkontrollierbarkeit: heftiges Spielen, Ziehen an
der Leine, Übererregbarkeit, Schwererziehbarkeit
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